Das Tafelsilber wird vergoldet

 

Sieben Vereine aus dem Saarland sind mit den Hermann-Neuberger-Preisen für herausragende Jugendarbeit ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand jetzt an der Sportschule in Saarbrücken statt.

 

Von SZ-Mitarbeiter Kai Rixecker

 

Beitrag SZ vom: 23.03.2010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Aktion: Maximilian Kippenberger (rechts) auf der Planche. Der Waderner Nachwuchs-Athlet ist einer der erfolgreichsten Athleten des Fechterrings Hochwald, gewann in den vergangenen Jahren zahlreiche Medaillen. Foto: SZ

 

In Aktion: Maximilian Kippenberger (rechts) auf der Planche. Der Waderner Nachwuchs-Athlet ist einer der erfolgreichsten Athleten des Fechterrings Hochwald, gewann in den vergangenen Jahren zahlreiche Medaillen. Foto: SZ

 

Saarbrücken/Wadern. Die Jugend ist bei vielen Sportvereinen das Tafelsilber. Doch schwierig ist es mittlerweile bei Schulstress und Computer, die Jugendlichen bei Laune zu halten und gute Nachwuchsarbeit zu leisten. Doch einigen Vereinen ist dies gelungen. Und dafür wurden sie am vergangenen Freitag mit dem Hermann-Neuberger-Preis, der mittlerweile eine Institution im Saarsport ist, ausgezeichnet. Zum 15. Mal wurden Vereine durch den Landessportverband für das Saarland (LSVS) und die ARAG Sportversicherung geehrt. Denn sie haben die Jugendlichen nicht nur bei Laune gehalten, sondern auch "hervorragende leistungsorientierte Nachwuchsarbeit", wie es in der Urteilsbegründung heißt, geleistet.

 

Im Haus der Athleten an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule erhielt die Jugendabteilung des Fußball-Oberligisten SV Auersmacher den Hauptpreis und 7500 Euro. "Es ist eine Ehre, die Chance zu haben, für einen solchen Verein zu spielen", sagte der 12-jährige D-Jugendspieler Tom Lonsdorfer. Und Jugendleiter Mathias Brocker erklärte: "In der gut 90-jährigen Vereinsgeschichte erhalten wir diesen Preis das erste Mal. Das erfreut einen natürlich." Und sein Schützling Lonsdorfer wusste auch gleich, wofür das Preisgeld investiert werden kann: "Für einen Kunstrasenplatz", sagte er wie aus der Pistole geschossen.

 

Doch nicht nur die Fußballer aus Auersmacher konnten sich über eine Auszeichnung freuen. Auf dem zweiten Platz, der mit der Hermann-Neuberger-Plakette und 3000 Euro Preisgeld prämiert wurde, landeten die Leichtathletik-Startgemeinschaften LA-Team Saar und LSG Saarbrücken-Sulzbachtal, die Handballer der HG Saarlouis sowie die Fußballer des SC Großrosseln. "Ich denke, die Jury hat eine ausgewogene Entscheidung getroffen. Besonders freut es mich natürlich, dass zwei Leichtathletik-Mannschaften ausgezeichnet wurden", erklärte der zweite Vorsitzende des LA-Teams Saar, Herbert Raubuch: "Wir werden den Preis in unserem Trainingslager gemeinsam feiern." Und Großrosselns Fördertrainer Bernd Degenhardt kommentierte die Auszeichnung wie folgt: "Das ist ein Ansporn, aber auch Verantwortung, auf diesem Weg weiterzumachen."

 

Die Badminton-Abteilung des Polizeisportvereins Saarbrücken, die ihre Bewerbung "auf den letzten Drücker" eingereicht hat, wie Jugendwart Kunibert Jochem erklärt, und der Fechterring Hochwald Wadern wurden mit der Hermann-Neuberger-Medaille und 1500 Euro ausgezeichnet. Eine Auszeichnung, die dem ein oder anderen weiche Knie bereitete. "Ich war ganz nervös. Es war etwas absolut Neues, diesen Preis vor so vielen Leuten zu erhalten. Ich bin stolz auf meinen Verein", sagte die Vorzeige-Spielerin des PSV Saarbrücken, Viviane Charoloy, die deutsche Meisterin im Doppel ist.

 

Und Fecht-Trainer Peter Molter freute sich über den Hattrick bei der Preisverleihung: "Wir haben den Preis schon zum dritten Mal bekommen. Es ist ein großartiges Gefühl. Wir konnten in einer Randsportart beweisen, dass wir gute Jugendarbeit leisten und eine Talentschmiede im Hochwald sind, die kontinuierlich gewachsen ist. Der Preis ist da das Sahnehäubchen." Und eines wird bei allen Preisträgern wohl beibehalten: die gute Nachwuchsarbeit. Schließlich ist sie das Tafelsilber.

 

"Wir konnten in einer Randsportart beweisen, dass wir gute Jugendarbeit leisten und eine Talentschmiede sind."

 

Peter Molter, Trainer des Fechterrings