Einfach nicht anfechtbar

Karsten und Manuel Ruppert räumen bei Friesenkämpfen ab – Ehrung durch den Landkreis

Insgesamt 108 Sportler aus 14 verschiedenen Sportarten wurden bei der Nachwuchssportlerehrung des Landkreises Merzig-Wadern für überregionale Erfolge ausgezeichnet. Mit dabei: die beiden Brüder Karsten und Manuel Ruppert vom Fechterring Hochwald-Wadern. Der 23-jährige Manuel wurde deutscher Meister im Friesenkampf, sein Bruder Karsten (14) Vizemeister.

Merzig. „Weiß jemand im Publikum, was Friesenkampf ist?“, fragt Moderator Georg Gitzinger bei der Nachwuchssportlerehrung des Landkreises Merzig-Wadern in die Runde. Schweigen im Raum, die richtige Antwort weiß keiner. Aber mit den Brüdern Manuel und Karsten Ruppert stehen zwei Experten auf der Bühne, die die Frage beantworten können. „Friesenkampf ist ein Fünfkampf, der aus Fechten, einem 1000-Meter Lauf, 100 Meter Schwimmen, Luftgewehrschießen und Kugelstoßen besteht“, klärt Manuel Ruppert das Publikum auf. Er muss es schließlich wissen. Der 23-jährige, der in Saarbrücken Bau- und Ingenieurwesen studiert, wurde im vergangenen Jahr zum sechsten Mal Deutscher Meister in der Disziplin.

Wie man ausgerechnet zu so einer exotischen Sportart kommt? „Über einen Kumpel. Mit zwölf Jahren kam ich so zum Fechten. Zwei Jahre später habe ich dann das erste Mal einen Friesenkampf gemacht. Da man für das Fechten gut trainiert sein muss, sind die anderen Disziplinen des Friesenkampfes nicht mehr so schwer. Mein Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Fechten, Friesenkampf mache ich nur nebenbei“, so Ruppert. Und so nebenbei holt er sich damit die Titel.

Von den Erfolgen seines neun Jahre älteren Bruders angespornt, begann auch Karsten Ruppert mit dem Fechten und dem Friesenkampf. Gemeinsam fuhren die beiden im vergangenen September zu den deutschen Meisterschaften, die im Rahmen des Bundesturnfestes in Konstanz stattfanden. Manuel trat bei den Aktiven an, der 14-jährige Karsten bei der Jugend. Während Manuel sich den Titel holen konnte, musste sich Karsten mit dem Vizemeistertitel begnügen. „Es war ganz eng. Schade, dass es nicht zum Titel gereicht hat“, so der Schüler des Gymnasiums in Hermeskeil, der im Waderner Stadtteil Rathen wohnt.

Im nächsten Jahr will er nun einen neuen Anlauf starten. „Ich trainiere drei bis fünf Mal die Woche. Überwiegend wird gefochten – und die anderen Disziplinen des Friesenkampfes werden zum Ausgleich mit trainiert“, sagt Karsten. Nicht ganz so trainingsfleißig ist im Moment Bruder Manuel. Gezwungenermaßen. „Aufgrund meines Studiums kann ich im Moment nicht so viel trainieren. In den Semesterferien werde ich aber wieder mehr Zeit haben.“ Und vielleicht kann ja dann bei den nächsten Deutschen Meisterschaften vermeldet werden: „Brüderpaar holten deutschen Meistertitel im Friesenkampf.“

Auf einen Blick

Außerdem wurden vom Landkreis geehrt: Judith Lauck, Yannik Lauck, Julian Krangemann (Fahrrad, ATC Merzig), Katrin Reinert (Reiten, Hof Ruwerbach), Julian Cappel, Pierre Schikofsky, Alexander Schönhofen (Karate, Dojo Schwemlingen), Melanie Bacus, Naemi Breier, Swetlana Breier, Ann-Ktrin Nagel, Marie-Christin Nagel, Katharina Schneider, Anke Schwarz, Luisa Tkany (Judo, TV Merzig), Michael Bohrer (Motorsport), Stefan Petto, Julia Trampert, Steffen Stroh, Jannick Anglade, Christian Rehlinger (Motorsport, MSF Hochwald), Melanie Bies, Axel Dillinger, Jennifer Jager, Kim Dillinger, Selina Brandt, Kai Dillinger (Gardetanz, TSC Gisingen), Kevin Formery, Vanessa Clemens, Jennifer Schmidt, Lisa Baque, Nicolas Ney, Kevin Kiefer, Lucas Karges (Kanu-Freunde Merzig), Thomas Demmer (Leichtathletik, PWG Merzig), Pierre Kublik (Leichtathletik, HWG Wadern), Jonathan Marx, Rouven Winter (Triathlon, Tri Sport Saar-Hochwald), Sven Klein (Handball, SG Brotdorf/Mettlach), Fußball-Mächen des HWG Wadern, Tauchclub Nautilus Merzig, . männliche C-Jugend, männliche und weibliche E-Jugend der SG Brotdorf/Mettlach (Handball), Reitverein Orscholz (Gruppen-Voltigieren) sem

 

Manuel und Karsten Ruppert (von links). Foto: Semmler